Christmas Story (German)

Die alte Weihnachtsgeschichte bleibt aktuell. Wie Maria und Josef sind Millionen Menschen auch auf der Suche nach einer Herberge. Wenn Ihr diese Weihnachtsbotschaft unterstützt, teilt das Video mit Euren Freunden und Eurer Familie. Danke und frohe Weihnachten!

Die Weihnachtsgeschichte ist eine Geschichte der Hoffnung, die weitererzählt werden muss – gerade in Zeiten von Angst, Krieg und Terror. Unsere Gedanken sind in diesem Jahr besonders bei den Menschen in Aleppo, Berlin und Nizza.

Wir halten uns fest an der frohen Botschaft, dass wir einen Gott haben, der uns nahe sein will. Der in Jesus Christus sogar selbst Mensch geworden ist und uns in jedem Menschen begegnet. Davon erzählt auch unsere Christmas-Story aus dem vergangenen Jahr, die auch 2016 nichts an Aktualität verloren hat.

8 comments to “Christmas Story (German)”

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  1. Walther Gottfried Seidner

    Kripo-Spiel zu Bethlehem
    Wenn Steine reden könnten

    Der tragische Ausklang dieser Erzählung steht so gut wie gegen das launige Wortspiel, mit dem der Tathergang überschrieben wird.
    Wie kommt die Krippe zur Kriminalpolizei? – so stellt sich aufs erste die Frage.
    Aller Anfang ist harmlos, – manchmal jedoch unvermutet abenteuerlich. Denn zuweilen stürzt ein Unheil in den leidigen Lauf der Dinge. Wie ein Stoßvogel. Dann fallen die Bilder auseinander, die Sprache macht sich selbständig, geht über das Gewohnte hinaus und – wie sich noch zeigen soll – über Leichen hinweg.
    Aber nehmen wir’s der Reihe nach.
    Zunächst zeichnete sich ein Wunder ab, wie es nur in einem von sieben Menschenleben Gestalt gewinnt. Elf Pfarrer unserer Landeskirche und ein Rechtsanwalt wurden von der Ev. Kirche Deutschlands mit einer Studienfahrt ins Heilige Land beschenkt. Ein Weihnachtsgeschenk im Juni des Jahres 1989 – als kleine Anerkennung für geduldiges Ausharren hinter dem Eisernen Vorhang, ein halbes Jahr vor der Wende. Die Spender können unseres Dankes gewiss sein. Erst in drei Menschenleben hätten wir die Fahrtkosten zusammensparen können.
    Als ebenso großes Wunder galt für uns: Das Passamt rückte mit unseren Pässen heraus! In meinem Fall zum ersten Mal nach acht Jahren des wiederholten Bittstellens. Diesmal ging es in den Süden und nicht in den Westen; die Staatssicherheit konnte folglich davon ausgehen, dass es keine „Abspringer“ geben werde.
    Es gab auch keine.
    Nachdem wir den aufregenden Abflug aus Otopeni, die nächtliche Landung in Tel Aviv und das schrittweise Einleben in unserem Jerusalemer Hotel verwunden hatten und bei sengender Hitze auf dem großflächigen Steinpflaster vor der Geburtskirche in Bethlehem standen, ging uns auf: Alles, was mit Bethlehem zu tun hat, ist an Weihnachten gebunden.
    Selbst mitten im heißen Sommer.
    Wir kommen mit arabischen Taxis in Bethlehem an. Aaron Scheschär, unser Reiseleiter, verdeutlicht uns, wir stünden hier im näheren Umkreis der Intifada. Hebron, Nablus und Bethlehem seien die Brennpunkte des palästinensischen Volksaufstandes. Die Bethlehemitische Universität sei wegen der studentischen Unruhen schon vor geraumer Zeit geschlossen worden. Nur in Jericho ginge es einigermaßen friedlich zu.
    Aus einer engen Seitengasse fliegen Steine nach den beiden bewaffneten israelischen Soldaten, die zur Wache stehen. Die streitbaren Freischärler bekommen wir nicht zu Gesicht. Aaron meint, das sei hier alltäglich.
    Wir schreiten über den weiten Platz nach der Kirche hin. Das Steinpflaster liegt vor uns wie eine Klagemauer in der Waagerechten, umgeworfene mächtige Baukastensteine, schlecht miteinander verkittet. Vereinzelte Pilger bewegen sich auf die Geburtskirche hin. Nach Meinung des Reiseleiters steht ihre Zahl in keinem Verhältnis zu der Menge der Besucher in den Vorjahren. Der Grund: Intifada, Volkserhebung.
    Da springt ein palästinensischer Junge auf mich zu und bietet mir ein Kaugummi an. Er spricht aramäisch, also in der Muttersprache Jesu. Meinem Erstaunen entnimmt er, dass ich ihn nicht verstanden habe, denn er fügt auf Englisch hinzu: “Bitte kauf‘ es mir ab”. Er verlangt für den Kaugummi einen Schekel. Das war schon ein wenig hoch veranschlagt. Auf morgenländisches Feilschen wollte ich mich aber nicht einlassen. Ich sehe ihn mir näher an und frage ihn nach Namen und Alter. Es sprudelt aus ihm hervor, als habe er ein Wechselgebet auswendig gelernt. Seinen Namen habe ich einfach überhört; aber dass er acht Jahre alt war, das hämmerte sich mir ein; denn unser Uwe, zu Hause in Stolzenburg, ist auch acht Jahre alt. Ein Anflug von Heimweh bemächtigte sich meiner und ich kaufte das Kaugummi – für unseren Uwe. Was bedeutet in einem solchen Fall der Überpreis.
    Das Geschäft ist gar nicht erst abgeschlossen, da läuft mir ein etwa fünfjähriges Mädchen entgegen. Sie hält mir die offene Hand entgegen – und ich werde an unsere Britta erinnert. Ich frage die Kleine auf Sächsisch, ob sie auch etwas zu verkaufen habe, aber sie lächelt mich an und ich finde, dieses Lächeln ist auch einen Schekel wert. Jedoch, woher nehmen? Ich hab‘ nur vierzig Agorod – aus allen Taschen zusammengenommen. Die gebe ich ihr und die „Britta“ läuft dem „Uwe“ hinterher, dankbar, als umklammerte sie mit ihrem Händchen einen Glücksbringer.
    Ich musste mich nun sputen, denn vor dem engen, niedrigen Portal der Geburtskirche wartete die Gruppe auf mich.
    Wir treten ein durch die “enge Pforte”. Sie wurde so eng und so niedrig gehalten, damit niemand mehr hoch zu Ross hineinreiten könne. Machthaber unterschiedlicher Herkunft haben solche Schmähung wiederholt verübt.
    Wir gehen die vier Säulenreihen entlang, indem wir die Größe des Raums auf uns einwirken lassen. Zu unseren Häupten hängen neun Lüster; und der offen stehende Dachstuhl zeigt sein altersgraues Gebälk. Am Ende des Hauptschiffs, vor der Apsis, führen zwei Treppen zu beiden Seiten des Chores hinab in die Geburtsgrotte. Sie selbst ist wie ein Kirchlein mit einem eigenen Altar ausgestattet. Unter dem Altartisch in einer Nische haben die Kirchen der Welt ihre Ampeln, ewige Lichter, angebracht. Ihre belebten Feuerzungen leuchten still vor sich hin, als führten die Seelen der Heiligen ihre Wechselgebete abseits von Weltgeschehen und Intifada. Man muss in die Knie gehen, wenn man sie zählen möchte. Erst recht, wenn man sich mit dem Weihwasser aus dem achteckigen Silberbecken benetzen und bekreuzigen will. Dabei kann man die Inschrift lesen: „Hic de virgine Maria Jesus Christus natus est“. (“Hier wurde aus Maria der Jungfrau Jesus Christus geboren”).
    Rechter Hand, hinter einer Glaswand, als Teil des Altars der Heiligen Drei Könige, stellt sich eine Krippe dar, so anders als wir es in unseren siebenbürgischen Krippenspielen gewöhnt sind. Man könnte von einem Flechtwerk aus Zweigen und Gräsern ausgehen.
    Die prickelnde Nähe des Weihevollen, das sprachlos-beredte Zugegensein des Übersinnlichen prägt sich unserem Selbst wie eine seelische Tätowierung auf.
    Wie die Pilger vor uns, singen wir ein Advents- und ein Weihnachtslied. Das „Puer natus“ kriegen wir nicht zusammen, weil es in jeder Gemeinde anders gesungen wird. Dabei kommen wir aus vier verschiedenen Kirchenbezirken.
    Um an Christus zu glauben, brauche ich kein greifbares Bethlehem. Aber dadurch, dass ich dem Ursprung des Christentums an seinen Quellen begegnet bin, bin ich von hinfort in der Lage, die Bildvorlagen des Glaubens aus eigener Anschauung besser zu entschlüsseln. Religiöses Denken entbietet immer auch Selbstfindung und, – mehr als das: – Verhaltensmuster. Wer klares Wasser einschenken möchte, sollte aus der Quelle schöpfen.
    Die beiden Kinder vor der Kirche blieben irgendwie draußen zurück; denn jetzt galt es, anzubeten, was sich aus einem zeitlichen Rückschritt und in einem atemberaubenden Schnelldurchlauf in unsere Gegenwart drängte. Freilich drängten auch die Touristen nach, aber das war insoweit Naturgewalt, als sie doch alle nach der geheimnisvollen Mitte der Welt drängten. Geburtsstunde ist immer geheimnisvoll – manchmal sogar im Nachhinein.
    Draußen auf dem Kirchplatz meldete sich die Hitze zurück, – und eine Lichtflut, die die Wimpern zu versengen drohte. Das Steineschleudern schien sich gelegt zu haben. Von den beiden Kindern keine Spur.
    Für uns galt es noch, das Herodium zu besichtigen, die Burg, die Herodes seiner Mutter zu Ehren, etwa fünf Kilometer östlich von Bethlehem auf einer Anhöhe hatte erbauen lassen, wo er selbst am Ende seiner Tage beigesetzt wurde. Die Ruine legte damalige Gepflogenheiten und zivilisiertes Verhalten frei: Speisegemächer und Badeanstalten. Wir konnten uns aber auch auf den Tyrannen selbst besinnen, der von hier aus den Kindermord von Bethlehem angezettelt, vielleicht sogar ausgekundschaftet hatte, den grausamen Feldzug gegen die Kinder.
    Auf der Rückfahrt sollten wir wieder in Bethlehem einkehren. Es gab einen Juwelierladen, in dem redete man aramäisch. Den wollten wir aufsuchen. Die Sprache Jesu übte auf uns eine kaum zu zügelnde Wissbegier aus. Auch von einer lutherischen Gemeinde war die Rede. Der Vorsteher der Gemeinde, Pastor Mitra Raheb, soll in Hamburg studiert haben.
    Beide Besuche mussten wir schuldig bleiben; denn an den Hauptwegen standen israelische Soldaten, diesmal in großer Anzahl. Sie lenkten den Verkehr in Bahnen, die von den Steinen der Volkserhebung einstweilen nicht gefährdet wurden.
    Bei einer steilen Auffahrt, mussten wir außerdem aussteigen und die Taxis anschieben. Dabei zeigte es sich, dass es zu gefährlich war, sich den fliegenden Steinen auszusetzen – und wir drängten förmlich nach draußen, aus der Stadt Davids hinaus.
    Bethlehem war damals zu etwa 51% christlich. Aber was half es!
    Wir fuhren an dem Feld der Hirten vorbei – und hielten erst in Jerusalem, 8 km nördlich von Bethlehem.
    Als wir in unserm maronitisch-koptischen Hotel ankamen, schalteten wir den Fernseher ein. Da wird auch schon die Nachricht durchgegeben: In Bethlehem hat es erbitterte Straßenunruhen gegeben. Zwei israelische Soldaten haben aus Notwehr von ihrer Feuerwaffe Gebrauch gemacht. Dabei sei ein etwa zwanzigjähriger junger Mann und ein achtjähriger Knabe erschossen worden. Die Israelische Kriminalpolizei sei bereits ausgerückt, den Fall in all seinen Einzelheiten zu untersuchen und aufzuklären.
    Ich musste sofort an meinen „Uwe“ denken.
    Schreckensnachrichten sind für unsere Neugier „gut“, sobald sie den Namenlosen, den Bedeutungslosen widerfahren. Sobald sie aber in den eigenen Bereich vordringen, sind sie höchst unerwünscht. Die Anteilnahme ist eine Eigenheit des Selbst, des innersten Kerns unserer Geschöpflichkeit. Durch tiefere Einsicht stellen wir uns in die Lage dessen, den es betroffen hat. Der leidende Gottesknecht kann unserer Sympathie sicher sein. Diesmal hat es meinen “Uwe”, und damit auch mich getroffen.
    Die Propheten des Alten Bundes haben sich mit ihrer Geduld auf die Seite Gottes geschlagen. Gott hat die Macht, im Lauf der Zeit, die Sprache der Steine und Geschosse jenem schauenden Wort: F r i e d e a u f E r d e n ! an zu verwandeln.
    Für den Frieden zahlen wir immer einen hohen Preis. Er ist aber nicht unerschwinglich.
    Wenn Steine reden könnten! Und ob sie nicht schon redeten: aus Kirchenmauern, aus der Klagemauer! Selten kommt es vor, dass in einem Land soviel an Steinwüste vorhanden ist wie im Heiligen Land. Und nirgends auf der Welt gibt es so viele heilige Steine wie im Heiligen Land! Wenn sich die Sprache verselbständigt, reden sogar die Steine. Erst fliegen sie in tötender Absicht nach der Stellung der Anderen. Und irgendwann finden sie ihren Platz in einer Kirchenmauer. In beiden Fällen, beim Werfen, beim Einbinden, handelt es sich um das Werk unserer Hände. Welche Art des Zugriffs vorzuziehen wäre, sollte leicht einzusehen sein.
    Es ist aber gar nicht so einfach, über den Scheitel der Geschichte zu schreiten. Der Leviathan in den Untiefen der Gemüter muss dauernd aufbegehren. Er ist der große Spielverderber. Und nur der E i n e fährt ihm in die Parade, indem er die Schreckensnachricht in ein Evangelium umwandelt – mit einem launigen Wortspiel gesprochen: in einen „Hofftimismus“.

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  2. […] [Video http://www.ChristmasStory.World zeigen, danach Orgelmeditation} […]

  3. […] Falls Sie es noch nicht gesehen haben, empfehle ich Ihnen gerne unser Video, das die Weihnachtsgeschichte auf unsere aktuelle Lage überträgt: ChristmasStory.world […]

  4. Es geht einfach um Mitmenschlichkeit. Mehr nicht.

  5. Ich wusste garnicht, dass Maria, (die Schwanger war) und Josef auf der Flucht waren (vor einem Krieg und ausgebomt doch sicher nicht). Sie sind, weil sie nach dem Gesetz wohl mussten, wg. der Volkszählung in ihre Heimatstadt gegangen. Und weil die Hotels alle voll/ausgebucht waren, sie hatten wohl nichts gebucht und mussten, weil sie das versäumt hatten, schließlich in einem Stall übernachten. Es war natürlich nicht vorhersehbar, dass dann die Geburt erfolgte. Aber das ist dann alles gut gegangen und der Sohn wurde groß und intelligent. Was dann alles geschah wissen wir von alten Überlieferungen/Aufzeichnungen, die zwar nicht unbedingt zweifelsfrei nachweisbar sind, aber das spielte dabei keine Rolle, denn es ist nicht verboten, das zu glauben. Was das jetzt so konkret mit den Flüchtlingen zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Aber es ist gut und richtig, dass den Kriegs- und evtl. Wirtschaftsflüchtlingen geholfen wird aber dazu brauche ich nicht die Weihnachtsgeschichte zu bemühen.

    • Lieber Reiner Bonn,
      das stimmt – aber nur teilweise. Denn die Weihnachtsgeschichte geht ja weiter – s. Matthäus 2,13-15:
      „Als sie aber hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Josef im Traum und sprach: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter mit dir und flieh nach Ägypten und bleib dort, bis ich dir’s sage; denn Herodes hat vor, das Kindlein zu suchen, um es umzubringen. Da stand er auf und nahm das Kindlein und seine Mutter mit sich bei Nacht und entwich nach Ägypten und blieb dort bis nach dem Tod des Herodes …“

      Da kann man schon Parallelen sehen …

      Mit freundlichem Gruß,
      Steffen Sorgatz

      • Lieber Steffen,
        das sehe ich genauso wie Du. Wir wünschen Dir gesegnete Weihnachten im Sinne Jesu – wir haben gerade Deinen Kommentar gesehen. Viele Grüße von Jan und Christine Gühne – in Erinnerung an unser gemeinsames Weihnachten in Nahost!

  6. […] Neues und am besten Aktuelles daraus wird – wie in der Weihnachtsgeschichte, die als Film auf http://christmasstory.world veröffentlicht ist. Die Produzenten Ralf Peter Reimann (Internetbeauftragter der EKiR) und Marcel […]

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